AI153 Allgäu Airport in der Corona-Krise: “Deutlich besser als die meisten Flughäfen in Deutschland”

Mit dabei:
  • Holger Mock
  • Ralf Schmid
  • Marcel Schütz
  • Andreas Loritz

Die Corona-Krise: Eine schwierige Zeit. Auch für den Allgäu Airport in Memmingen. Der Lockdown im März hat den Flughafen relativ unvorbereitet getroffen, wie die meisten Branchen. Geschäftsführer Ralf Schmid beziffert den Schaden auf etwa 2,5 bis 3 Millionen Euro, eine Menge Geld.

Im Podcast erzählt Schmid, warum der Allgäu Airport trotzdem noch relativ gut dasteht im Vergleich mit anderen deutschen Flughäfen. “Wir haben nach Dortmund den zweitniedrigsten Passagier-Rückgang aller Airports in Deutschland”, sagt er. Außerdem: Wie Schmid die Corona-Maßnahmen beurteilt, welches für den Allgäu Airport die schwierigste Phase war und wie man sich am Airport auf einen eventuellen weiteren Lockdown vorbereitet.

Gastronomie am Allgäu Airport stark betroffen

Zunächst kommt allerdings Andreas Loritz zu Wort, Leiter Non-Aviation am Allgäu Airport. Er ist zuständig für alles, was nicht unmittelbar mit dem Flugbetrieb zu tun haben: Parken, Terminal, Info, Gastronomie, Beschwerdemanagement. Zudem ist er flughafenseitig Ansprechpartner für das Corona-Testzentrum. Besonders die Gastronomie war natürlich in der Corona-Krise vom vorübergehenden Lockdown betroffen.

Aktuelle Flugziele: Momentan fliegen viele nach Moldawien

Nach Geschäftsführer Ralf Schmid sprechen wir dann noch mit Marcel Schütz, Leiter Aviation, zuständig für Flugziele, Passagierzahlen und den Flugplan. Er erklärt unter anderem, warum momentan in der Corona-Krise ausgerechnet Chișinău in Moldawien das am stärksten nachgefragte Ziel am Allgäu Airport ist und welche Faktoren ganz entscheidend dafür sind, welche Ziele der Allgäu Airport in seinen Flugplan aufnimmt.

AI152 Warum und wann verschweigt die Polizei Nationalitäten in Polizeiberichten?

Mit dabei:
  • Holger Mock
  • Dominic Geißler
  • Holger Stabik

Über eine Frage streiten besonders Facebook-User gerne und oft: Soll die Polizei in ihren Berichten grundsätzlich die Nationalität eines Täters nennen oder nicht? Holger Stabik und Dominic Geißler von der Pressestelle des Polizeipräsidiums Schwaben Süd-West in Kempten erklären im Podcast, in welchen Fällen sie die Nationalität eines Täters oder Beteiligten nennen und in welchen nicht.

Ein schwieriges Thema, auch für Redaktionen. Der Pressekodex des Deutschen Presserates (nach dem sich auch die Beamten der Pressestelle richten) sagt:
Die Zugehörigkeit soll in der Regel nicht erwähnt werden, es sei denn, es besteht ein begründetes öffentliches Interesse. Besonders ist zu beachten, dass die Erwähnung Vorurteile gegenüber Minderheiten schüren könnte. (Richtlinie 12.1)

Keine eindeutige Definition
In den Leitsätzen werden die Redaktion dazu verpflichtet, “in jedem einzelnen Fall verantwortungsbewusst zu entscheiden, ob für die Nennung einer Gruppenzugehörigkeit ein begründetes öffentliches Interesse vorliegt oder die Gefahr der diskriminierenden Verallgemeinerung überwiegt.” Das heißt: Eine endgültig eindeutige Definition, wann die Nationalität genannt wird und wann nicht, gibt es nicht. Auch wichtig: Es gibt kein Verbot, die Nationalität zu nennen.

Fragen an die Polizei-Pressesprecher
Es ist immer eine Einzelfallentscheidung, bei der sich gleich mehrere Fragen stellen. Gibt es Kriminalitätsfelder, bei denen von vornherein ein “begründetes öffentliches Interesse” besteht? Wie sortiert man einen Deutschen mit türkischen, griechischen oder albanischen Wurzeln ein? In welchen Fällen nennt die Polizei die Nationalität? In welchen nicht? Und noch weitere Fragen, die Dominic Geißler und Holger Stabik im Podcast beantworten.

AI151 Der Wolf im Allgäu: “Willkommen!” oder “Abschießen!”?

Mit dabei:
  • Holger Mock
  • Alfred Enderle
  • Thomas Frey

Der Wolf. Er ist zurück im Allgäu. Einzelne Wölfe scheinen sich im Allgäu und im angrenzenden Tirol aufzuhalten. Und hier gibt es gefühlt nur zwei Meinungen: “Willkommen im Allgäu!” sagen die einen, “Sofort abschießen!” rufen die anderen. So zumindest wirken die Kommentarstränge unter Facebook-Posts, wenn all-in.de Artikel zum Thema postet.

Thomas Frey, Regionalreferent des BUND Naturschutz, Bezirk Schwaben, sagt: “Der Wolf ist ein Allgäuer und wir freuen uns, wenn sich Wölfe wieder im Allgäu anisedeln.” Gemeint ist, dass es den Wolf einmal auch im Allgäu in großer Anzahl gab, er aber vom Menschen vertrieben wurde. Alfred Enderle, Kreisobmann Oberallgäu und Bezirkspräsident Schwaben beim Bayerischen Bauernverband, sieht das anders. Er sagt: Die Sicherheit des Menschen und seines Nutzviehs geht vor.

Einig sind sich Enderle und Frey, dass es mit Sicherheit schon wesentlich mehr Wölfe im Allgäu gibt, als allgemein bekannt ist. Ansonsten führen die beiden im Podcast ein interessantes Streitgespräch über den Wolf im Allgäu, über Landwirtschaft, über Naturschutz, Gefahren und Förderkulissen.

 

AI150 Projekt “Intensivpädagogische Pflegefamilien” der KJF Kaufbeuren-Ostallgäu: Was macht besondere Kinder “besonders”?

Mit dabei:
  • Holger Mock
  • Monika Kaspar

“Ein besonderes Zuhause für besondere Kinder” sucht die KJF (Katholische Jugendfürsorge der Diözese Augsburg e.V.) Kaufbeuren-Ostallgäu. Gemeint sind Kinder, die aus schwierigen Familienverhältnissen kommen und/oder erhebliche Entwicklungsstörungen und Verhaltensauffälligkeiten zeigen. Dafür braucht es neben viel Geduld allerdings auch einen qualifizierten Elternteil.

Das heißt: Mindestens ein Elternteil einer Pflegefamilie muss eine professionelle Ausbildung im sozialen, pädagogischen oder psychologischen Bereich vorweisen. Das soll dafür sorgen, dass die Pflegefamilie mit den Herausforderungen eines “besonderen” Kindes umgehen kann.

Monika Kaspar (30), Koordinatorin für intensivpädagogische Pflegefamilien bei der KJF Kaufbeuren-Ostallgäu, erklärt im Podcast, welche Herausforderungen das sein können und was Pflegefamilien erwartet, die ein “besonderes Zuhause” bieten sollen. Mit Fallbeispielen erläutert sie, warum ein “besonderes” Kind auch eine große Bereicherung für das Leben einer Familie sein kann.

AI149 Motorradkontrollen durch die Polizei, Geschwindigkeitsbeschränkungen: Warum ist das nötig?

Mit dabei:
  • Holger Mock
  • Dominic Geißler
  • Florian Götz

Motorradfahren – ein tolles Hobby. Aber auch gefährlich. Manchmal sogar lebensgefährlich. Auch wenn die Zahl der Todesopfer Jahr für Jahr sinkt. Im Jahr 2011 gab es noch 159 tote Motorradfahrer auf bundesdeutschen Straßen, 2019 waren es “nur” noch 114. Über 28 Prozent weniger in neun Jahren. Dennoch: Jeder Verkehrstote ist einer zu viel.

Es tut sich viel, um schwere Unfälle zu verhindern. Straßen werden ausgebaut, Leitplanken errichtet, Beschleunigungsstreifen verbreitert. Momentan ist sogar ein Fahrverbot für Motorräder an Sonn- und Feiertagen im Gespräch. Dazu Geschwindigkeitsbeschränkungen, besonders an ausgewählten Motorradstrecken. Der Jochpass bei Bad Hindelang (Oberallgäu) zum Beispiel, Deutschlands kurvenreichste Strecke und beliebtes Ausflugsziel für Motorradfahrer: seit März 2019 gilt hier “60”. Hats dort was gebracht? Und die mittlerweile relativ häufigen Kontrollen am Straßenrand, bei der Motorräder teils chirurgisch genau unter die Lupe genommen werden, sind die wirklich nötig?

Zu Gast im Podcast sind Dominic Geißler von der Pressestelle der Polizei in Kempten, und sein Kollege Florian Götz. Er ist Teil der Kontrollgruppe Motorrad der Allgäuer Polizei und einer von denen, die Motorradfahrer gerne als “Wegelagerer” bezeichnen.

AI148 Allgäuer Profi-Musiker Magnus Dauner in der Corona-Krise: “Überangebot im Internet ist nicht sinnvoll”

Mit dabei:
  • Holger Mock
  • Magnus Dauner

Die Corona-Krise betrifft nahezu alle Berufsgruppen. Manche haben mehr zu tun denn je, für viele Branchen sind die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus aber auch existenzbedrohend. Eine Sparte, die dabei oft übersehen wird: Künstler. Vor allem Künstler, die davon leben, dass sie vor Publikum auftreten. Hier sind, wie bei anderen Menschen auch, durchaus ganze Familien finanziell von den Auftritten abhängig.

Magnus Dauner (32) ist Profi-Musiker aus Obergünzburg (Ostallgäu). Er verdient sein Geld hauptsächlich mit Auftritten als Schlagzeuger in diversen Projekten (u.a. mit der bekannte Formation Pianistixx), aber auch mit Schlagzeug-Unterricht. Beides ist momentan nicht möglich. Wie hält er sich finanziell über Wasser? Warum findet er kostenlose Livestream-Angebote von Musikern oft gar nicht zielführend? Was ist seine Lösung für alle, die mit Musik ihr Geld verdienen? Und sind kostenlose Initiativen von Hobbymusikern eher förderlich oder eher kontraproduktiv? Spannende Einblicke in das momentane Leben eines Profi-Musikers.

Ein Weg, um in der Coronakrise Musiker zu unterstützen, ist die Aktion wesaveourmusic.com. Initiiert von Sebastian Kern, zunächst nur für Allgäuer Bands und Musiker, mittlerweile ausgeweitet auf ganz Bayern. Auch mit Sebastian Kern haben wir bereits einen Podcast, in dem er die Aktion genau erklärt.

AI147 Mission “Musik retten”: Jeder kann Allgäuer Musiker in der Corona-Krise unterstützen

Mit dabei:
  • Holger Mock
  • Sebastian Kern

Musiker und Bands im Allgäu tun sich schwer in der Corona-Krise. Keine Auftrittsmöglichkeiten, keine Einnahmen. Live spielen geht nicht, und die Live-Probe über facebook oder instagram freut zwar die Fans, bringt aber kein Geld in die Kasse. Was manche Menschen nicht sehen: Wie in vielen anderen Bereichen auch, müssen Musiker davon leben, was sie einnehmen. Vor allem Profis und Halb-Profis. Sie müssen mit der Gage von Auftritten oft ihre Familie ernähren.

Sebastian Kern aus Kempten ist selbst kein Musiker, aber Unternehmer mit einem großen Freundeskreis, der zu weiten Teilen auch aus Musikern besteht. Er hat das Projekt “wesaveourmusic ALLGÄU” ins Leben gerufen. Solidarität zeigen mit den Musikern und Bands im Allgäu.

Die Idee: Streaming-Dienste wie Spotify oder iTunes nutzen, und zwar als Gemeinschaft, über eine Playlist, auf der nur Allgäuer Musiker laufen. Normalerweise machen Spotify und Co. den Musikern das Leben eher schwerer. Die Einnahmen sind gering, beispielsweise im Vergleich zum Verkauf von CDs. Wenn sich aber viele zusammentun und diese Playlist möglichst dauerhaft laufen lassen, bekommen die Musiker eben doch etwas ab.

Die Rechnung, die aufgehen könnte, erklärt Sebastian im Podcast. Außerdem: Welche Bands in der Playlist sind, wie einfach es für Bands ist, in die Playlist aufgenommen zu werden, warum es sich auch für alle Freunde der Livemusik lohnt, jetzt diese Playlist zu nutzen und was die Krise für die Livemusik-Szene sogar gutes bewirken könnte.

AI146 Coronakrise: Diplompsychologin Irene Schnittker zu den psychischen Auswirkungen der Ausgangsbeschränkung

Mit dabei:
  • Holger Mock
  • Irene Schnittker

Wohnungskoller, Langeweile, Streitigkeiten. Eigentlich noch die mildesten Auswirkungen der Ausgangsbeschränkung. Die Bayerische Staatsregierung hat angeordnet, dass die Menschen in Bayern wochenlang die meiste Zeit zuhause verbringen, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen. Das hat für viele Menschen schwere Auswirkungen.

Irene Schnittker ist Fachpsychologin für Notfall-Psychologie, Expertin für Krisensituationen. Sie lebt in Füssen, hat ihre Praxis in München. Irene Schnittker ist der Meinung, dass durch die Ausgangsbeschränkung die Zahl der Suizide steigen wird. Depressive Menschen werden es schwerer haben als sonst. Bei einigen wird sich überhaupt jetzt erst eine Depression einstellen. Aber sie sagt auch: Die Coronakrise birgt Chancen. Trotz Abstand aufeinander zugehen, sich unterstützen, vielleicht auch nur durch Kleinigkeiten und Gesten, das kann Menschen über diese schwierige Zeit helfen.

Im Podcast thematisieren wir die Themen, die viele Menschen zur Zeit bewegen. Häusliche Gewalt. Kinder beschäftigen. Freiräume schaffen, auch in der Drei-Zimmer-Wohnung in der Stadt. Irene Schnittker erläutert anschaulich, wie die Gesellschaft psychisch unter der Krise leidet, aber auch, wie sie daran wachsen kann. Und sie beantwortet die Frage: “Warum ausgerechnet Klopapier?”

AI145 Soziale Arbeit trotz Coronavirus: Wie der Caritasverband Kempten-Oberallgäu mit der Coronakrise umgeht

Mit dabei:
  • Holger Mock
  • Jennifer Wörz
  • Christoph Nunner

Kaum jemand, den die Coronakrise nicht betrifft. Ausgangsbeschränkungen in ganz Bayern, Freizeitgestaltung eingeschränkt, Unternehmen aller Größenordnungen und Branchen versuchen, damit umzugehen. Das Coronavirus hat teilweise schon für Chaos gesorgt.

Bei sozialen Einrichtungen hat die Coronakrise zusätzliche Auswirkungen. Hier ist man nahe am Menschen, hier gehört der persönliche Kontakt normalerweise zum Arbeitsalltag und auch zum beruflichen Auftrag. Nicht ganz leicht, damit umzugehen, bestätigen Jennifer Wörz und Christoph Nunner, beide in der Geschäftsführung des Caritasverbandes Oberallgäu-Kempten und der Sozialstation der Caritas und Diakonie Oberallgäu. Schwierig ist auch die finanzielle Lage, weil Mieten und Nebenkosten, dazu die Löhne der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ja weiterlaufen, auch wenn ganze Einrichtungen wie Wärmestuben oder Talkläden vorübergehend schließen müssen.

Wie der Verband momentan Lösungen findet, welche Schwierigkeiten es zu meistern gilt, wie die finanzielle Situation beim Caritasverband Oberallgäu-Kempten aussieht, erzählen Jennifer Wörz und Christoph Nunner im Podcast.

AI144 Bauernverbands-Präsident Alfred Enderle zum Tierskandal im Allgäu: “Landwirte dürfen nicht der Buhmann für alles sein”

Mit dabei:
  • Holger Mock
  • Alfred Enderle

Die Landwirte im Allgäu haben es seit etwa einem Jahr nicht leicht. 2019 der Streit um das Volksbegehren Artenvielfalt (“Rettet die Bienen”): Die Landwirte sind schuld am Artensterben. Im selben Jahr der Tierskandal in Bad Grönenbach, weitere Skandal-Höfe im Allgäu: Die Landwirte pflegen ihre Kühe nicht. Tausende von Bauern in Traktoren bei Demos gegen die Düngemittelverordnung: Die Landwirte jammern nur.

Alfred Enderle aus Wertach, Kreisobmann des Bauernverbandes im Kreisverband Oberallgäu und Bezirkspräsident von Schwaben, erklärt im Podcast seine Sicht der Dinge, wie es zu skandalösen Zuständen auf Allgäuer Höfen kommt, was Politik und Behörden damit zu tun haben, was der Verbraucher tun kann, um so etwas in Zukunft zu verhindern. Außerdem: Wie es heutzutage ist, Landwirt zu sein. Was junge Landwirte brauchen, um auch weiterhin motiviert diesem Beruf nachgehen zu können. Denn: Die Stimmung bei den Landwirten “ist momentan sehr gedrückt”, sagt er. Es gehe bei vielen Richtung Resignation im Sinne von “Was soll das alles noch?”