AI137 Tödliches Traktor-Unglück in Balderschwang: Pfarrer Richard Kocher über seine Seelsorge vor Ort

Mit dabei:
  • Holger Mock
  • Dr. Richard Kocher

Ein Drama, das das ganze Allgäu erschüttert hat: Am Samstag, 13. Juli 2019 machten vier Kinder bei Balderschwang einen Traktor-Ausflug, ein 13-Jähriger am Steuer, drei Kinder vorne in der Transportschaufel. Dann passiert das Unglück: die drei Kinder vorne werden aus der Schaufel geschleudert. Zwei von ihnen werden vom Traktor überrollt und sind sofort tot.

Als einer der ersten vor Ort war Richard Kocher, der Pfarrer von Balderschwang. Gemeinsam mit seiner Haushälterin, die eine Spezialausbildung und jahrzehntelange Erfahrung im Auffangen psychischer Ausnahmesituationen hat, hat sich Pfarrer Kocher sofort den Angehörigen gewidmet. Keine leichte Aufgabe.

Im Podcast erzählt Pfarrer Kocher vom schlimmsten Moment seines Daseins als Pfarrer, aber auch, wie er sich in dieser Situation in einer Art Ausnahmemodus befand, der es ihm erlaubte, trotzdem das Richtige zu tun und vor allem zu sagen. Darüber hinaus geht es auch um die Aufgaben eines Pfarrers an sich und um die Tatsache, dass bei aller Kritik an Religion und Kirche die tatsächliche seelsorgerische Arbeit, die ein Pfarrer in allen Situationen des Lebens leistet, oftmals in den Hintergrund der Wahrnehmung tritt.

AI136 “Grünten Bergwelt”: Das sagt der Wirt der Grüntenhütte

Mit dabei:
  • Holger Mock
  • Norbert Zeberle

Norbert Zeberle ist seit genau 20 Jahren der Wirt der Grüntenhütte. Eine Institution. Er erklärt, warum es seit zwei Jahren viel gemütlicher und freundlicher auf dem Grünten zugeht und warum er das für wesentlich zukunftsträchtiger hält als die Planungen einer “Grünten Bergwelt”. Die neue Grüntenhütte wäre nicht mehr seine Grüntenhütte.

AI135 “Grünten Bergwelt”: Das sagt die Unternehmerfamilie zu den Planungen

Mit dabei:
  • Holger Mock
  • Anja Hagenauer

Anja Hagenauer, jüngster Teil der Immenstädter Unternehmerfamilie Hagenauer, erklärt, wie die Planungen der Grünten Bergwelt gedacht sind, warum sie die Pläne für umweltverträglich hält und was genau die Familie zukünftig mit dem Berg vor hat.

AI 132 Mukoviszidose: Leubaserin bloggt über ihre Krankheit

Mit dabei:
  • Camilla Schulz
  • Carola Landerer

Carola Landerer Mukoviszidose

“Drei Schritte zu Dir.” Im Juni startete dieser Film in den Kinos. Er handelt von zwei Menschen, die an Mukoviszidose erkrankt sind. Für Carola Landerer aus Leubas hat der Film eine besondere Bedeutung. Sie teilt das Schicksal der Protagonisten und leidet ebenfalls an der angeborenen Stoffwechselerkrankung.

Als die heute 24-Jährige 13 Monate alt war, wurde die Krankheit bei ihr diagnostiziert. Mukoviszidose sorgt dafür, dass viel Schleim in den Drüsen produziert wird. Hauptsächlich ist die Lunge betroffen. Dadurch entstehen Entzündungsprozesse und das Gewebe der Lunge wird nach und nach zerstört. Früher oder später führt das zur Lungentransplantation. Gerade an heißen Tagen fällt Carola Landerer das Atmen schwer. Ihre Lunge funktioniert nur noch zu 40 Prozent.

Trotz ihres Schicksals, lässt sich die Leubaserin nicht unterkriegen und geht ganz offen mit der unheilbaren Stoffwechselerkrankung um. “Ich möchte, dass die Krankheit bekannt wird.” Deshalb bloggt sie auch auf gymuko, Youtube und Instagram über ihr Leben und lässt andere an ihrem Alltag teilhaben.

Eine große Rolle spielt für Landerer dabei das Krafttraining. Auf Empfehlung ihres Arztes hat sie damit vor zwei Jahren angefangen. Seitdem hat sie weniger Infekte und fühlt sich psychisch deutlich besser. “Mit meinem Blog möchte ich andere Leute motivieren, egal ob sie krank sind oder gesund. Man kann alles schaffen, wenn man es möchte.”

Vor welchen Herausforderungen Carola Landerer gerade in der Schulzeit stand, wie realitätsnah der Film “Drei Schritte zu Dir” ist und wie sonst mit Mukoviszidose in der Öffentlichkeit umgegangen wird, hören Sie in unserem Podcast.

AI131 Videoreporter Daniel Andrei über seine Humedica-Reportage im Libanon

Mit dabei:
  • Holger Mock
  • Daniel Andrei

Der Libanon. Aktuell sechs Millionen Einwohner, davon zwei Millionen Flüchtlinge aus Syrien. Ein Land, das von dieser Situation komplett überfordert ist. Die syrischen Flüchtlinge leben in mehr oder weniger inoffiziellen Camps, teilweise jahrzehntelang, unter schlimmen Bedingungen. Was für uns selbstverständlich ist, beispielsweise fließendes Wasser, Strom, meidizinische Betreuung, ist dort Luxus.

Die Kaufbeurer Hilfsorganisation Humedica ist im Libanon in diesen Camps vor Ort und sorgt für halbwegs menschenwürdige Bedingungen. Daniel Andrei, Kameramann aus dem Vorarlberg, war im Auftrag von Humedica in einem Camp im Libanon und hat dokumentiert, wie dort die Lebensverhältnisse sind und welche unglaublich wichtige Arbeit die Humedica-Mitarbeiter dort leisten. Im Podcast erzählt er von den Dreharbeiten vor Ort, was die Helfer von Humedica leisten und wie er selbst damit umgeht, in solchen Regionen das Leid der Menschen filmen zu müssen.

Die Hilfsorganisation Humedica feiert 2019 40-jähriges Bestehen. 1979 klein gestartet, hilft Humedica mittlerweile in über 90 Ländern der Erde Menschen in Notlagen, bei Katastrophen und in Krisengebieten.

AI129 Jung, (“zufällig”) weiblich – CSU: Sarah Knobloch (25) ist die Neue an der Spitze der Immenstädter CSU

Mit dabei:
  • Holger Mock
  • Sarah Knobloch

Klischees – immer wieder gerne. Eine junge Frau, Sarah Knobloch (25) hat den Vorsitz des CSU-Ortsverbandes Immenstadt übernommen. Jung, weiblich, CSU: erwartet man so nicht unbedingt. Sarah Knobloch hat Politik studiert und arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Kemptener Büro von Bundesminister Dr. Gerd Müller. Wie sie ihre neue Rolle sieht, wie sie mit Klischees umgeht, warum sie bei den Schüler-Demos “Fridays For Future” als Schülerin auf jeden Fall dabei gewesen wäre, was sie für Pläne und Ambitionen hat, warum “Politik” für sie das Traum-Berufsfeld ist und warum sie sich schon seit zehn Jahren in ihrem “Projekt Lebenslang” gegen Missbrauch engagiert, erzählt sie uns im Podcast.

AI128 Experten zur Zukunft des Tourismus im Allgäu: “Nachhaltigkeit besonders wichtig”

Mit dabei:
  • Holger Mock
  • Prof. Dr. Alfred Bauer
  • Klaus Holetschek

Wohin soll’s gehen? “Sanfter” Tourismus? Nachhaltigkeit, trotzdem gute Wertschöpfung? Was sind die Rezepte, mit denen man in Zukunft im Allgäu mit Tourismus noch Geld verdient, ohne die Natur zu schädigen, die ja Touristen überhaupt erst ins Allgäu lockt?

In unserem Podcast erklären Prof. Dr. Alfred Bauer, Professor und Dekan an der Fakultät Tourismus-Management, Hochschule Kempten und Leiter des neuen Bayerischen Zentrums für Tourismus und Klaus Holetschek, Mit-Initiator des Zentrums für Tourismus, Vorsitzender des Tourismusverbands Allgäu/Bayerisch Schwaben, Präsident des Bayerischen Heilbäder-Verbandes und CSU-Landtagsabgeordneter, wie sich der Tourismus in Bayern und im Allgäu aufstellen muss, warum Prof. Dr. Bauer den Begriff “sanfter” Tourismus nicht mag und warum Klaus Holetschek findet, dass die Ersatz-Lösung für die Skischaukel am Riedberger Horn, dort ein “Zentrum Naturerlebnis Alpin” zu erschaffen, eine gute Lösung ist.

AI125 Neuer Hochschulpräsident in Kempten: “kontinuierliche Weiterentwicklung statt grundsätzlicher Neugestaltung”

Mit dabei:
  • Holger Mock
  • Professor Dr. Wolfgang Hauke

Professor Dr. Wolfgang Hauke (58) heißt der neue Präsident der Hochschule für angewandte Wissenschaften in Kempten. Am 15. März 2019 war seine offizielle Amtseinführung. Er ist Nachfolger von Professor Dr. Robert F. Schmidt (65), der nach 17 Jahren als Präsident jetzt den Ruhesand genießt.

“Stallgeruch” hat Professor Hauke. Seit 2000 ist er schon an der Kemptener Hochschule als Professor für Betriebswirtschaftslehre tätig, seit 2011 Dekan dieser Fakultät. Trotzdem sieht er sich durchaus in der Lage, frischen Wind an die Hochschule zu bringen, da wo es nötig ist.

Wo Professor Hauke gerne “lüften” würde, wo er Potential für die Zukunft der Hochschule sieht und wie er selbst als Student war (wild oder strebsam?) verrät er in diesem Podcast.

AI124 Wirtshaussterben in Bayern: Friesenrieder Gastro-Paar zeigt, dass es auch anders geht

Mit dabei:
  • Holger Mock
  • Romana Hinterberger
  • Jürgen Hinterberger

Ein Gasthof mitten im Dorf. An sich ein gewohntes Bild in Allgäuer Ortschaften. Aber wie in insgesamt rund 500 Gemeinden in ganz Bayern, stehen auch im Allgäu mittlerweile viele Dorfgaststätten leer. Zu viele Auflagen, zu viel Arbeit, zu wenig Personal: Gründe, einen Gasthof zu schließen, gibt es viele.

“Du musst komplett wahnsinnig sein, dann funktionierts”, sagt Romana Hinterberger, Wirtin im Gasthof “Zum Wolpertinger” in Friesenried. Gemeinsam mit ihrem Mann Jürgen hat sie 2017 die Dorfgaststätte im Ortszentrum wiederbelebt: mit Erfolg.

Außer dem persönlichen Wahnsinn: Worauf die beiden ihren Erfolg noch zurückführen, wie schwierig der Weg bis zur Eröffnung war und warum sie ohne die Mithilfe der Einheimischen den “Wolpertinger” nicht hätten eröffnen können, erzählen sie im Podcast.

AI122 “Uns liegt wirklich was an der Umwelt:” Zwei junge Kemptener zur Kritik an Fridays-for-future

Mit dabei:
  • Camilla Schulz
  • Leni Kubutsch
  • Marco Eichberger

Junge Menschen streiken weltweit freitags, um gegen die aktuelle Klimapolitik zu protestieren. Fridays for Future heißt die Bewegung, die von der schwedischen Schülerin Greta Thunberg (16) ins Leben gerufen wurde. Auch in Kempten gingen die Schüler am Freitag schon auf die Straße, um für echten Klimaschutz zu kämpfen.

Dabei bekommen die Schüler nicht nur positive Resonanz. Kritiker wenden ein, Proteste in der Freizeit wären glaubwürdiger.  “Warum demonstrieren sie nicht am Wochenende oder nach der Schule? Weil es dann keinen Spaß macht. Also wirklich echter Einsatz sieht anders aus”, heißt es zum Beispiel auf unserer Facebookseite. 

Leni Kubutsch, Schülerin in Kempten, und Marco Eichberger, Student in Kempten, sind im Organisationsteam von Fridays-for-future Kempten und haben uns im Podcast erzählt “uns liegt wirklich was an der Umwelt.” Die beiden engagieren sich schließlich nicht nur freitags während der Schulzeit für die Umwelt, sondern setzen sich auch in ihrer Freizeit sehr für eine bessere Zukunft ein. Die beiden geben aber auch ganz offen zu, dass unter den Protestierenden auch viele dabei sind, die einfach nur die Schule schwänzen wollen, denen das ganze nicht so am Herzen liegt. 

Die 16-jährige Leni kauft überwiegend Second-Hand-Klamotten und versucht, Plastik und Wasser zu sparen und duscht “drei Minuten statt eine halbe Stunde.” Der 18-jährige Marco hat sich selber vorgenommen, nicht mehr zwingend zu fliegen, “weil es einfach so ein krasser CO2-Ausstoß ist.” Beide versuchen auch möglichst oft, mit dem Fahrrad oder öffentlichen Verkehrsmitteln zu fahren. Bei ihren Vorhaben werden sie auch von den Eltern und Freunden unterstützt.

Die nächste Fridays-for-future-Demo ist für den 15. März, dem internationalen Klimastreik-Tag, geplant. Marco hat die Demo bereits beim Ordnungsamt angemeldet und hofft, dass sie genehmigt wird und wieder so viele Schüler kommen, wie bei der ersten Demo im Februar. Damals haben die Schüler Forderungen an die Stadt Kempten gestellt und wurden auch vom Kemptener Oberbürgermeister Thomas Kiechle zu einem Gespräch ins Rathaus eingeladen. Welche Forderungen die Schüler an die Stadt haben und was sie sich vom Termin mit den Politikern erwarten, erfahren Sie in unserem Podcast.