A053 – Drogenrazzien in Kemptener Asylbewerberheimen

Mit dabei:
  • Holger Mock
  • Michael Munkler

Über 100 Polizeibeamte haben gleichzeitig zwei Asylbewerberheime in Kempten durchsucht. Das Ziel: den Drogenhandel bekämpfen. Diese beiden Asylbewerberheime haben sich nämlich in letzter Zeit immer mehr zu Anlaufstellen für Cannabis-Konsumenten entwickelt. Auch Minderjährige haben dort Gras kaufen können. Das Ergebnis: 300 Gramm Marihuana und 7.800 Euro Bargeld, dazu noch 20 Gramm einer bisher nicht näher genannten Droge. Als Ausbeute eines Einsatzes dieser Größenordnung sicherlich äußerst überschaubar. Ob sich der Einsatz dennoch gelohnt hat, darüber sprechen wir mit Michael Munkler aus der Rundschau-Redaktion der Allgäuer Zeitung.

AI052 – Wenn das eigene Kind stirbt: Pfarrerin und Seelsorgerin Jutta Schröppel hilft trauernden Eltern

Mit dabei:
  • Anna Hatt
  • Jutta Schröppel

Wenn ein lieber Angehöriger stirbt, ist das wohl immer ein einschneidendes Erlebnis. Das eigene Kind zu verlieren, ist ein Ereignis, nach dem das Leben nicht mehr so sein wird, wie es einmal war. Pfarrerin Jutta Schröppel ist Seelsorgerin beim Bunten Kreis Allgäu e.V. Bei ihr finden trauernde Eltern aus dem gesamten Allgäu Hilfe und Unterstützung.

Der Bunte Kreis Allgäu ist ein gemeinnütziger Verein, der Familien mit chronisch, krebs- und schwerstkranken Kindern betreut und unterstützt. Viele dieser Kinder werden gesund oder lernen, mit ihrer Krankheit zu leben. Darüber hinaus gibt es beim Bunten Kreis aber auch Experten wie Jutta Schröppel. Sie steht Familien zur Seite, die ihr Kind während der Schwangerschaft oder kurz nach der Geburt verloren haben oder von einem älteren Kind Abschied nehmen müssen.

Neben der Einzelbegleitung setzt sie vor allem auf die Arbeit in geschlossenen Trauergruppen. Dort finden Angehörige einen geschützten Raum, ihre Trauer auszuleben. Im Alltag sei das nämlich nicht ohne Weiteres möglich. Vor allem, weil die Gesellschaft diesen Raum oft nicht gewährt, kritisiert Schröppel. Und auch das soziale Umfeld gehe oft – meist aus Unbeholfenheit – unsensibel mit Betroffenen um.

Im Podcast erzählt Jutta Schröppel von ihrer Arbeit als Trauerbegleiterin, von dem, was sie antreibt und woher sie die Kraft für ihre Arbeit nimmt. Sie erklärt auch, was Freunde und Bekannte tun können, um Trauernden in dieser schwierigen Lebenssituation beizustehen.

Info für Betroffene:

Für den Besuch einer geschlossenen Trauergruppe von Dezember 2016 bis Mai 2017 können sich Eltern, die ein Kind verloren haben, bei einem Orientierungstreffen am Freitag, 25. November 2016, anmelden. Das Orientierungstreffen findet im Nachsorgezentrum, Eingang Bischof-Freundorfer-Weg 50 in Kempten statt. Anmeldung mit Angabe der Telefonnummer unter 0831/960152-0 oder unter info@bunter-kreis-allgaeu.de, bis zum 23. November 2016.

Hilfe finden betroffene Eltern auch unter: www.verwaiste-eltern-muenchen.de

Das Trauertelefon erreichen trauernde Menschen unter Tel. 0821/3497349. Die Gesprächszeiten sind jeden Mittwoch von 19 bis 22 Uhr.

Auch die Telefonseelsorge hilft Betroffenen unter Tel. 0800/1110111 oder 0800/1110222. Zu erreichen sind die Seelsorger dort täglich 24 Stunden, auch online unter: www.telefonseelsorge.de. Der Kontakt ist anonym und kostenfrei.

AI051 Gruselclowns: Ein strafbares Phänomen – Gespräch mit Polizei-Pressesprecher Sebastian Adam

Mit dabei:
  • Holger Mock
  • Sebastian Adam

Gruselclowns, Killerclowns, Horrorclowns: Mit gruseligen Clownmasken verkleidet erschrecken manche Zeitgenossen Passanten, Kinder, Autofahrer. Teilweise sind diese “Clowns” auch bewaffnet, meist mit Messern oder Baseballschlägern. Wie sieht die Polizei dieses Phänomen, das aus den USA kommt und seit neuestem auch bei uns im Allgäu angekommen ist? Vor kurzem hat ein Gruselclown im Kemptener Stadtteil St. Mang Kinder erschreckt, einer der Buben leidet noch immer unter dem Schock dieses Erlebnisses. Sebastian Adam, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Schwaben Süd-West erklärt, wie solche vermeintlichen Scherz-Aktionen zu werten sind, wo die Grenze zwischen Spaß und Ernst verläuft und warum die Leute, die solche Gruselclowns verprügeln, unter Umständen härter bestraft werden, als der Clown selbst. Außerdem sprechen wir darüber, welche Dimension dieser “Scherztrend” gerade jetzt zu Halloween hat: Soll man sich heuer als Clown verkleiden?

AI050 – Ein Tag nach der OB-Wahl in Memmingen

Mit dabei:
  • Helmut Kustermann
  • Holger Mock

Memmingen hat am Sonntag gewählt. Und darf es am Sonntag, den 6. November gleich wieder. Im Rennen sind noch Markus Kennerknecht von der SPD/FDP und Dr. Robert Aures von der CSU. Wie wird sich Memmingen entscheiden? Was machen die beiden Kandidaten in der Zeit bis zur Stichwahl? Wer kann die Stimmen des Freien-Wähler-Kandidaten Gottfried Voigt am besten mit seinem Wahl-Programm vereinen? Und wie verlief das Gespräch der Kandidaten einen Tag nach der Wahl mit den Redakteuren der Memminger Zeitung? Darüber sprechen Holger Mock und Helmut Kustermann, Leiter der Memminger Lokalredaktion, in diesem Podcast.

AI049 “Reichsbürger” im Ostallgäu: Wieder ein Gerichtsprozess mit Hindernissen in Kaufbeuren

Mit dabei:
  • Holger Mock
  • Larissa Pucher

Am Amtsgericht Kaufbeuren hat es erneut einen Fall gegeben, der im Zusammenhang mit den sogenannten “Reichsbürgern” für einen holprigen Prozessablauf führte. Ein 28-jähriger Ostallgäuer war angeklagt, seinen Stiefsohn (3) mit Schlägen misshandelt zu haben. Er wurde auch verurteilt zu 14 Monaten Haft auf Bewährung. Der Prozess aber war einmal mehr geprägt von den oft kuriosen Ansichten der “Reichsbürger. Und einmal mehr war es ein Prozess am Amtsgericht Kaufbeuren.

Bereits im Juli hatte es den Fall gegeben, dass ein “Reichsbürger” vor dem Kaufbeurer Gericht sich geweigert hatte, seine Strafe zu zahlen. Im März war es eine “Reichsbürgerin”, die während des Prozesses gegen sie ihre Gerichtsakte geklaut hat.

“Reichsbürger” lehnen die Bundesrepublik Deutschland als Staat ab, mit allem was dazu gehört. Was sind die Hintergründe dieser Bewegung? Und sind das einfach nur Spinner oder birgt diese Bewegung auch ein Gefahrenpotential?

AI048 – Riedberger Horn: Landrat Anton Klotz zum Stand der Dinge

Mit dabei:
  • Holger Mock
  • Landrat Anton Klotz
  • Markus Raffler

Einmal mehr beschäftigt uns das Riedberger Horn. Dort soll ein Liftverbund entstehen, gegen den Umweltschützer und weitere Kritiker Sturm laufen. Die Bürgerentscheide in Balderschwang und Obermaiselstein haben gezeigt, dass die Bevölkerung vor Ort mehrheitlich den Bau dieser Anlage will. Jetzt will die Staatsregierung per Gesetzesänderung dafür sorgen, dass das auch genehmigt werden kann. Zu Gast heute: Der Oberallgäuer Landrat Anton Klotz, der seine Sicht der Dinge darlegt.

AI047 – Bürgerentscheid zum Riedberger Horn am Sonntag, 18. September 2016

Mit dabei:
  • Holger Mock
  • Uli Hagemeier

Die Obermaiselsteiner und Balderschwanger stimmen am Sonntag, 18. September, über das Bergbahnprojekt am Riedberger Horn ab. Die Gemeinderäte beider Kommunen haben Mitte August einstimmig für ein Ratsbegehren über die Pläne in Grasgehren votiert.

Die Bayerische Staatsregierung hat in Aussicht gestellt, im Falle eines klaren Bürgervotums für das Projekt den Weg zu ebnen.

Holger Mock von all-in.de und Uli Hagemeier, Redaktionsleiter der Allgäuer Zeitung, sprechen über das Projekt, den Bürgerentscheid und die Auswirkungen.

AI046 – Wenn E-Biker falsch bremsen: Rad-Experte Peter Neugebauer aus Kempten gibt Tipps gegen Unfallursache Nummer Eins

Mit dabei:
  • Larissa Pucher
  • Peter Neugebauer

Unfallursache Nummer Eins bei E-Bikern ist eine falsche Bremstechnik. Das sagt Rad-Experte Peter Neugebauer aus Kempten. Er gibt geführte Mountain-Bike-Touren in den Allgäuer Alpen und auch Einsteiger-Kurse für E-Bike-Fahrer. Er ist oft in den Bergen unterwegs und berichtet von brenzligen Situationen, in denen E-Bike-Fahrer beim Bremsen ins Schlingern geraten und die Kontrolle verlieren. Oft stürzen die E-Biker und verletzen sich schwer, weil sie mit hohem Tempo unterwegs sind. Das kommt daher, dass die E-Bikes schwerer sind als ein normales Mountainbike. Also rückt die Bergwacht aus und die hat wegen der hohen Unfallzahlen kürzlich Alarm geschlagen. Laut Georg Hasselberger von der Bergwacht Oberstdorf könnten viele E-Biker in Gebiete vorstoßen, die sie sonst konditionell nicht hätten erreichen können. Damit überforderten sich viele. In diesem Podcast klären wir über Irrtümer auf und stellen fest, dass E-Bikes nicht mehr nur für Omas und Opas sind.

AI045 – Kriseninterventionsdienst im Dauereinsatz – ein Gespräch mit dem Teamleiter Oberallgäu

Mit dabei:
  • Larissa Pucher
  • Alessandro Genovese

Urlaubszeit im Allgäu. Das Wetter ist gut, viele Urlauber und Einheimische unternehmen Ausflüge. Das merken viele Allgäuer vor allem am Verkehr auf den Straßen, die Richtung Berge und Ausflugsziele führen.

Andere merken es am oft mehrmals täglichem Piepsen des Einsatz-Pagers. Alessandro Genovese ist hauptberuflich Rettungsassistent. Ehrenamtlich koordiniert er die Einsätze für das Kriseninterventionsteam (KIT) Kempten, den Kriseninterventionsdienst (KID) Oberallgäu und ist Mitkoordinator für die Einsätze der Notfallseelsorge Oberallgäu.  In diesem Podcast erzählt Genovese von seinen persönlichen Erlebnissen, die er bei Einsätzen als Kriseninterventionsdienstler hatte. Er erinnert an die Schlammlawine in Oberstdorf, die vor über einem Jahr zwei Wohngebiete nach Starkregen überflutet hatte. Wie die Menschen auf diese extreme Situation, womöglich Haus und Hof verloren zu haben, reagierten.

Und er erinnert an Einsätze, die ihn persönlich mitgenommen haben. Als er beispielsweise nach einem tödlichen Motorradunfall auf der A7 mit seinem Team die Hinterbliebenen betreuen musste. Das Unfallopfer war Teil einer Motorradgruppe, deren Mitglieder sich untereinander sehr gut kannten. Nach diesen Einsätzen bekommen die ehrenamtlich Tätigen Unterstützung von anderen Experten, damit sie das Erlebnis besser verarbeiten können.

Das Kriseninterventionsteam hat zur Zeit 15 ehrenamtliche Mitglieder im KID Oberallgäu, 20 sind für das KIT Kempten tätig und 15 für die Notfallseelsorge Oberallgäu. Das Team nimmt gerne neue Freiwillige auf. Wer Interesse hat, kann sich gerne unverbindlich informieren. Genovese erzählt im Podcast genau, wie die Ausbildung abläuft und nimmt auch schon die ersten Ängste: Kein Neuer wird ins kalte Wasser geschmissen, sondern hospitiert erst mal auf Einsätzen des Kriseninterventionsteams.

So wird man Kriseninterventions-Helfer – das Mindestalter beträgt 23 Jahre
In den Kriseninterventionsteams (KITs) arbeiten ehrenamtliche Mitarbeiter. Sie kümmern sich um Menschen, die mit schweren Erlebnissen – Unfällen, Tod eines Angehörigen, Katastrophen, Gewaltverbrechen, Suizid – fertig werden müssen, überbringen Todesnachrichten und leisten “psychosoziale Notfallversorgung”. Die Helfer hören zu, beruhigen und trösten die Betroffenen und begleiten sie durch die Krise. Wie lange die Betreuung dauert, richtet sich dabei nach den Bedürfnissen der Betroffenen.

Nicht zuständig ist das KIT bei Ehe- und Nachbarschaftsstreitigkeiten. Nicht betreut werden auch Menschen unter Drogeneinfluss und Betrunkene sowie chronisch psychisch Kranke.

Für die Ausbildung zum Kriseninterventions-Helfer sind folgende Kriterien erforderlich: Die Personen müssen mindestens 23 Jahre alt sein, über psychische Stabilität und Empathie verfügen sowie die Bereitschaft mitbringen, sich umfassend aus- und weiterbilden zu lassen.

Zur Ausbildung gehören ein Grundlehrgang und ein Fachlehrgang. Vermittelt werden unter anderem Kenntnisse in psychosozialer Notfallversorgung (PSNV), Psychotraumatologie, Gesprächsführung, Einsatzstruktur, Aufgaben von Rettungsdiensten und situatives Handeln.

Die Ausbildung beträgt 120 Unterrichtsstunden und wird zum Beispiel vom Arbeiter Samariterbund (ASB) oder dem Bayerischen Roten Kreuz (BRK) angeboten. Während der Ausbildung hospitieren die Lehrgangsteilnehmer bei Einsätzen unter der Aufsicht eines Mentors. Mehrmals im Jahr finden Supervisionen statt.

AI044 – Gumpenunglück mit zwei Toten, Blitzeinschlag mit Todesopfer, Roßhauptenerin wagt den Schritt in die Selbständigkeit, Festwochen-Rundgang mit Martin von Losamol

Mit dabei:
  • Holger Mock
  • Larissa Pucher

In dieser Folge beschäftigen wir uns zunächst mit zwei unangenehmen Themen. An den Buchenegger Wasserfällen hat es ein Unglück gegeben, bei dem zwei Menschen gestorben sind: Ein 17-jähriger Flüchtling und ein 31-jähriger Begleiter. Ist so etwas zu verhindern oder ist die Natur manchmal einfach unberechenbar?

Bei einem Gewitter am Steineberg hat sich ein Ehepaar unter einen Baum gestellt. Dort schlug der Blitz ein und hat die Ehefrau (48) erschlagen. Der Mann ist schwer verletzt. Was kann man tun, damit einem so ein Schicksal erspart bleibt?

Der Traum von der Selbständigkeit: Für Andrea Settele aus dem Ostallgäuer Roßhaupten ist er wahr geworden. Warum machen das eigentlich so wenige Leute, wo doch so viele mit ihrem (Berufs-)Leben so unzufrieden sind?

Wir haben einen Festwochen-Rundgang gemacht, und zwar mit einem der besten Entertainer des Allgäus: Martin von der Mundart-Reggae-Band Losamol hat für uns mit den Besuchern “Allgäu-Quiz” gespielt.

Und dann haben wir noch ein neues Drohnen-Format erfunden: “Wo bin ich?” heißt es. Die neue Folge ist gedreht, zu finden auf unserer Facebook-Seite.